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KAISER WILHELM
Runde Servierplatte aus dem Damaskus-Service, Kaiser Wilhelm II., datiert 1906
- Regulärer Preis
- €1.350,00
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Allgemeine Beschreibung
Diese große, tiefe Servierplatte aus dem Damaskus-Service für Kaiser Wilhelm II., datiert 1906, stammt aus einem der exklusivsten und seltensten Tafelservices der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM). Serviert wurde das Essen mit diesem Geschirr "á la russe". Zwischen 1903 und 1915 fertigte KPM dieses repräsentative Porzellanservice im Auftrag von Kaiser Wilhelm II., das ausschließlich für besondere Anlässe und offizielle Empfänge verwendet wurde.
Das Damaskus-Service gilt heute als eine der kostbarsten Porzellanserien der Kaiserzeit. Während einzelne Teller gelegentlich auf dem Kunstmarkt auftauchen, sind große, tiefe Servierplatten wie diese äußerst selten und besonders begehrt. Die hier angebotene Platte ist aus weiß glasiertem Porzellan, mit feiner Ausführung und in sehr gutem Zustand erhalten.
Die Unterseite trägt die klassische unterglasurblaue Zeptermarke sowie die rote Reichsapfelmarke der KPM Berlin, mit Datierung. Der Durchmesser beträgt 29,7 cm, ideal für museale Präsentation oder hochwertige Sammlungen.
Dieses Objekt vereint kaiserliche Provenienz, kunsthandwerkliche Qualität und historische Bedeutung – ein echtes Highlight für Sammler von KPM Porzellan, Kaiserzeit Geschirr, und repräsentativen Objekten der deutschen Geschichte.
Herkunft & Inspiration
Der Name „Damaskus‑Service“ geht nachweislich auf die Orientreise von Kaiser Wilhelm II im Jahr 1898 zurück. Während dieser Reise erhielt der Monarch eine chinesische famille‑rose Schale als diplomatisches Geschenk – ein Objekt, das später bei der Königlichen Porzellan‑Manufaktur Berlin (KPM) als Vorbild für das neue kaiserliche Hofservice diente. Die ursprüngliche chinesische Vorlage zeigt überlappende Lotusblütenblätter, ein Motiv mit buddhistischer Symbolik, das die KPM übernahm und weiterentwickelte. Ergänzt wurde es durch kartuschenartige Felder, die mit botanischen Motiven gefüllt wurden und dem Service seine charakteristische Mischung aus orientalischer Ästhetik und europäischer Pflanzenikonografie verliehen.
Dekor & Gestaltung
Das Damaskus‑Service zählt zu den kunsthistorisch anspruchsvollsten KPM‑Services der Kaiserzeit. Es kombiniert Purpur‑ und Grüntöne im Stil ostasiatischer famille‑rose‑Porzellane mit vergoldeten Chrysanthemen und großflächigen Lotusblütenblättern am Rand. Im Spiegel vieler Teller finden sich fein gemalte botanische Studien, etwa Darstellungen von Löwenzahn oder exotischen Pflanzen. Zwischen 1903 und 1905 entstanden über 900 Pflanzenentwürfe, die eigens für dieses Service geschaffen wurden – darunter europäische, asiatische und teilweise phantastische Pflanzenmotive. Diese Vielfalt macht das Damaskus‑Service zu einem herausragenden Beispiel für die Verbindung von KPM‑Handwerkskunst, botanischer Illustration und kaiserlicher Repräsentation.
„Service à la russe“ – Bedeutung
Der Zusatz „à la russe“ beschreibt die Servierweise, nicht den Dekor. Bei dieser Form der Tafelordnung werden die Speisen Gang für Gang serviert, während die Platten vom Personal gereicht und nicht zentral auf dem Tisch platziert werden. Um 1900 galt diese Servierform als modern, repräsentativ und besonders geeignet für staatliche Bankette und kaiserliche Empfänge. Das Damaskus‑Service à la russe wurde genau für diese Anlässe genutzt und war ein wichtiges Element der hofkulturellen Inszenierung unter Wilhelm II.
Nutzung & Provenienz
Die erste große Lieferung des Damaskus‑Services umfasste 530 Speiseteller, die am 26. Januar 1904 für 9.540 Mark abgerechnet wurden – ein eindrucksvoller Beleg für den Umfang und die Bedeutung dieses Hofauftrags. Das Service wurde zunächst im Neuen Palais in Potsdam verwendet, bevor es 1919 nach Huis Doorn gelangte, wohin Wilhelm II nach seiner Abdankung ins Exil ging. Nach dem Tod des Kaisers im Jahr 1941 wurde der Großteil des Services auf die Burg Hohenzollern überführt.
Heute zählen Teller, Platten und Saucièren des Damaskus‑Service zu den begehrtesten Sammlerstücken der KPM Berlin. Sie erscheinen regelmäßig bei großen Auktionshäusern und spezialisierten Kunsthändlern und gelten als Schlüsselwerke der kaiserlichen Porzellankunst.